Mittwoch, 10. Juni 2009

Letzte Worte vom Lande



Nach so langer Zeit in der hektischen Großstadt habe ich mich nun für die letzten Wochen und Tage aufs Land zurückgezogen. Hier eine Luftbildaufnahme der Outskirts von Soroti, wo wir wohnen. Folgt man der Straße von der zentralen T-Kreuzung hoch ist es das gelbe Haus auf der rechten Seite, nach dem mit dem roten Dach.



Aufgenommen wurde das Bild von einem der beiden Felshaufen in Soroti, hier von der anderen Seite im Bild, auf den ich letztens zusammen mit einem französischen Besucher und Lehrkollegen aus Kampala gekraxelt bin, um ihm zu zeigen, welche Schönheiten das ländliche Uganda zu bieten hat.



Mein Auto, mein Haus…naja fast. Dieses kleine Häuschen bewohnen wir gerade zusammen mit dem Vermieter Daniel, der die Mädchenfussballmannschaften in der Teso Region trainiert und einen merkwürdigen afrikanisch-Londoner Akzent hat. Die kleine DT vor der Tür ist momentan mein Forbewegungsmittel der Wahl. Leider verbraucht sie ebensoviel Öl wie Benzin (außerhalb des Motors) und mein rechtes Schienbein ist dauerblau, weil ich beim Antreten gerne mal abrutsche…
Da Frauen hier kein Motorad fahren ist jede Fahrt in die Stadt wahlweise von Jubelrufen (von den Frauen) Pfiffen, Hupen und Gejohle verbunden. Letztens kam aber auch mal ein einer und sagte: „Thank you for riding the Motorbike“……You´re welcome.



Hier befinde ich mich gerade auf einer meiner Touren in die „Stadt“ um einzukaufen. Es gibt nur einen kleinen Supermarkt, der kaum so zu nennen ist. Alle Frischwaren kriegt man auf dem Markt.
Soroti hat nicht alles was man auch in Kampala kriegt. Fleisch, Käse, Joghurt und ähnliches sucht man vergebens. Dafür hat Soroti eine Blechmusikkapelle, einen Squashcourt, einen kleinen Flughafen und ein Hotel mit Satelliteninternet, dank dessen ich diese letzten Impressionen aus Uganda mit Euch teilen kann. In 6 Tagen ist schon Heimflug, also bleibt mir nur zu sagen, bis bald!

Montag, 8. Juni 2009

White Ants



Gestern Nacht wollte ich nochmal in die Küche um Teewasser aufzusetzen und schon von weitem klang es, als ob der Kessel schon kocht. Jemand hatte Licht angelassen und das Bild das sich mir bot, erinnerte mich krabbeltierphobische Person an eine Szene aus einem 1a Horrorfilm. Die Küche war voll von oben bis unten mit fliegenden Ameisen, hier so genannten White Ants.
Heute morgen kam Besuch und es wurde sich höflich erkundigt ob ich gestern viele derselben gefangen hätte? Sie würden eine köstliche Delikatesse und ein lokale Spezialität sein, gekocht, frittiert oder einfach frisch von der Hand in den Mund. Neben Mangos haben fliegende Ameisen gerade Saison. Hach der Wonnemonat Mai!
Kinder beschäftigen sich gerne mit dem Fangen diese niedlichen Tierchen, die effektivste Methode ist wohl einen Sack über das Ausschwärmloch der Hochzeitsflieger zu stülpen, der dann im Nullkommanichts voll ist und ein Abendessen für die ganze Familie bietet.
Nach ordentlich Gesumm und Gebrumm werfen die fliegenden Ameisen ihre Flügel ab und gehen ihrer Wege (die genauen biologischen Hintergründe sind mir bis jetzt nicht bekannt). Im Haus und ums Haus herum hinterlassen sie ihre großen durchsichtigen Flügel, die man bergeweise zusammenfegen kann und die übrigens nicht essbar sind.