Montag, 15. September 2008

Regenzeit

Die rainy season hat eingesetzt und zu relativ festen Zeiten regnets hier ein paar Stunden in Strömen und der Strom fällt ebenfalls ein paar Stunden aus. Dementsprechend bleiben auch die Studenten den Veranstaltungen fern, weils ja regnet...So bin ich einmal zur Uni gegurkt und zurück, ohne Sinn und Zweck. Immerhin konnte ich heute mit Hilfe der deutschen Botschaft mein Visum verlängern (lassen).

Anbei noch Bilder (werden langsam knapp) der hier allgegenwärtigen Marabous. Diese zugegeben nicht durch Schönheit bestechenden Viecher tummeln sich zu hunderten in der Innenstadt. Sie sind etwas größer als der europäische Storch, hier ein Exemplar beim Spaziergang am Victoriasee und oben eins auf einer Straßenlaterne in der City.

Dienstag, 9. September 2008

Die Nachbarschaft (da Hood)

Meine Mitbewohnerin Sabine machte mich darauf aufmerksam dass man nach den ersten Bildern vom Haus glauben könnte unsere Nachbarschaft sähe so aus:



Wer sich schon mal die Satellitenbilder genauer angeguckt hat, hat vielleicht schon gesehen, dass wir keine Teerstraße vor dem Haus haben. Jedenfalls kann das so nicht stehen bleiben, denn meiner Meinung nach ist die Gegend in der wir wohnen viel netter als die zugemauerten Villenviertel mit Wachdiensten und 5 Meter hohen Mauern in denen sich die „Expats“ verbarrikadieren. Die kleine graue Tür im großen grauen Tor steht meistens offen und statt Securitydienst haben wir Pasha...Hier die wahren Bilder:







P.S.:
Sonst ist alles bestens, der Unterricht hat endlich begonnen und meine Studenten sind hochmotiviert. Ich auch (noch ;-))!

Donnerstag, 4. September 2008

Ruhige Zeiten

Ohne irgendwelche Klischees bedienen zu wollen….


Nach dreistündigem erfolglosen Warten auf potentielle Studenten, begab ich mich auf Erkundungstour durch das Hauptverwaltungsgebäude der Universität.
Dabei entdeckte ich zum einen diese unglaublich verschachtelte Anordnung von Büros, die untereinander mit Treppen verbunden sind, die auf jeweils eine andere Etage oder Halbetage führen, von dort wieder woanders hin, nicht jedoch überallhin. Das reinste Labyrinth, von meinem Boss als „kafkaesk“ bezeichnet.

Das obere Bild zeigt die wahrscheinliche Ursache fehlender Studentenlisten, Kurspläne u.ä.
Jedenfalls wurde mir prophezeit, dass so ruhig die ersten Wochen des Semesters sind, desto hektischer wird es zum Ende, wenn die Klausuren anstehen. Viele der Studenten glauben wahrscheinlich, dass sie in den letzten Wochen des Semesters einfach schnell alles aufholen, was sie anfangs versäumt haben. So unbekannt kommt einem das ja gar nicht vor, nur dass es hier vielleicht ein bisschen extremer ist.
Heute habe ich jedoch meinen ersten Kurs geben können und ich glaube es ist ganz gut gelaufen, auch wenn die Studenten einigermaßen erstaunt darüber waren, dass ich sie nicht im Chor Vokabeln runterbeten ließ...

Dienstag, 2. September 2008

Der schwarze Kontinent

Aus aktuellem Anlass:




Gestern hatte ich das erste Mal das beeindruckende Erlebnis eines totalen Stromausfalls in einer Millionenmetropole. Es hat gewittert und daraufhin wurde als Vorsichtsmaßnahme komplett der Strom abgeschaltet. Das ist an sich nicht ungewöhnlich und schon häufiger vorgekommen. Die Generatoren und Konverter übernahmen wie immer den Job. Nach Wiedereinschalten der zentralen Versorgung nach etwa 10 min, muss dann wohl irgendwo der Blitz eingeschlagen sein und die Hügel ringsum versanken in schwärzester Dunkelheit (20 Uhr Ortszeit). Zumindest unser Konverter hat wohl einen Überspannungsschaden, wie der Elektriker heute Morgen mitteilte. Zum Glück geht der zentrale Strom wieder, die Kabel für die Versorgung im Haus laufen durch die Batterie, diese abgeklemmt, ist die Elektrizität im Haus wieder da. Jetzt sind wir jedoch erstmal von der städtischen Versorgung abhängig und stehen ohne Reserve da, man kann nur hoffen dass der nächste Power Cut auf sich warten lässt und nicht sämtliche Konverter in Kampala kaputt gegangen sind sonst gibt’s wahrscheinlich bald einen Engpass. Immerhin konnte man auf die Tour die Amis vorm Fernseher loseisen und bei Kerzenlicht UNO spielen.

P.S. Ich habe zwei Studenten!!!! Heute hat sich das Warten im Büro gelohnt!

Montag, 1. September 2008

Die Entdeckung der Langsamkeit (dumdidum)

Die Gangart der Wahl ist ein gemütlicher Bummelschritt, bei dem man in FlipFlops noch schlurfen kann. Überholt man andere Fußgänger führt das meist zu Irritationen und Erschrecken, besonders wenn man links überholt. Hat man es mal eilig und wagt sogar eine Art Laufschritt, muss man auch schon mal mit Gelächter rechnen. Normales Gehtempo? Ca. 2 km/h.

Für einen Einkauf im Supermarkt sollte man mindestens eine halbe Stunde einplanen. 10 Minuten zum Einsammeln der gewünschten Waren, zwanzig Minuten an der Kasse. Es gibt keine Laufbänder, macht man den Fehler die Waren zu weit von der Kassiererin entfernt abzustellen, wartet diese geduldig bis zu 5 min., bis man sie näher rückt. Erst dann wird in aller Ruhe eingescannt… ca. 3 Artikel pro Minute.

Im Restaurant trägt das Zeitlupentempo der Kellner durchaus zur Gemütlichkeit bei. Bringt eine Kellnerin Getränke an den Tisch, stellt sie meist erstmal in Ruhe das Tablett ab, schaut sich um und man kriegt den Verdacht, dass sie sich vielleicht dazu setzen möchte. Gläser hinstellen, Flaschen öffnen, einschenken, ein prüfender Blick ob alles steht… ca. ein Tisch in 15 min.

Die Ugander beherrschen sogar die Kunst auf einer vierspurigen Straße mit Rushhour Verkehr in aller Seelenruhe die Straße zu überqueren. Zum Vergleich: ich kriege durchschnittlich 5 Beinahe-Herzattacken und kalten Angstschweiß, wenn ich das versuche.
Ich hoffe, ich kann das lernen...


Die erste Übung in Geduld absolviere ich gerade an der Uni. Ich steh um 7 auf, ruf meinen persönlichen Bodafahrer an, fahr zur Uni (oder eher lasse mich fahren), geh ins Büro und warte. Bisher sind keine Studenten aufgetaucht. Vorbereitungszeit für die Kurse habe ich also reichlich. Gleich ist der letzte (hypothetisch stattfindende) Kurs für heute vorbei und ich hab Feierabend. Na, zumindestens ist das gut für´s Blog!