Freitag, 28. November 2008

Letzter Schultag



Diese Woche ist das Semester zu Ende gegangen. Letzte Uebungen und Wiederholungen und nun sollten meine Studenten auf die Klausuren vorbereitet sein. Naechste Woche werde ich noch Klausuraufsicht fuehren und dann sind offiziell Ferien. Nicht nehmen liessen sich zwei meiner Studenten einen Phototermin mit Ihrer Dozentin, jaaa...ich weiss, man sieht den Bildern an, dass ich wenig begeistert davon war....
Im Haus in Naguru stehen ebenfalls Veraenderungen an. Meine liebe Freundin Sabine verlaesst Uganda am Sonntag, dafuer kriegen wir einen Neuzugang und ich endlich ein ruhigeres Zimmer am Ende des Flurs mit zwei Fenstern. Dann kann ich auch wieder neue Bilder von meinem inzwischen dritten Zimmer einstellen...
An alle die versuchen mich telefonisch zu erreichen: Nach Kamera und Laptop habe ich mich nun auch von meinem Telefon getrennt, ich bin dabei mir ein neues zu besorgen, die alte Nummer sollte weiterhin gueltig bleiben.

Freitag, 14. November 2008

Häusliches (Ensua Alarm)



Nach so viel Wochenendberichten, hier mal wieder ein bisschen Alltag. Als ich gestern nach Hause kam, war Doris in heller Aufregung. Sie zeigte mir folgende Stellen auf dem Boden in unserer Einfahrt und verlangte Massnahmen, damit die Ensua uns nicht das Dach über dem Kopf wegfressen.
Häh? Auf mein Unverständnis hin, zeigte sie mir den riesigen Termitenhügel, der vor unserem Haus auf der Wiese in den letzten Wochen rapide gewachsen ist. Aha! Termiten! Kleine rote Erdhügel in der Auffahrt und untergrabene Steine zeigten ganz klar: Sie kommen!
Also heuerte sie jemanden an, der den Hügel aufhackte und eine unglaublich giftige Mischung hineingoss (nach Lesen des Beipackzettels hab ich erstmal 10 Meter Abstand genommen).



So wird die Königin erledigt, die sich in der Mitte dieses Wunderwerks der Natur befindet und das Volk verzieht sich. Ein bisschen taten mir die fleissigen Baumeister auch leid und einen Termitenhügel zu vernichten, gehört bestimmt nicht zu den Dingen auf die ich stolz bin. Aber wenn es heisst, sie oder wir...

Bevor ich demnächst noch einmal innerhalb des Hauses umziehe, dachte ich, ich stelle nochmal ein paar Bilder von meinem jetztigen Domizil, Arbeits- und Schlafbereich, zur Anschauung. Da!



Dienstag, 11. November 2008

Im Drei-Laender-Eck

Auch in Uganda gibts ein Drei-Laender-Eck, im aeussersten Suedwesten des Landes, an den Grenzen zur demokratischen Republik Kongo und Ruanda.
Die Landschaft ist vulkanisch gepraegt, die Berge erinnern ein bisschen an Neuseeland, allerdings sind die Haenge terassiert. In der Western Nile Region werden alle denkbaren Fruechte angebaut und mit blossen Haenden Zement aus den Haengen gewonnen.
Im Lake Bunyoni liegen viele kleine und ein paar groessere Inseln, auf einer von den kleineren haben wir dieses Wochenende Quartier bezogen. Wer gehofft hatte, dass man an einem solchen Wochenende ausschlafen kann, irrt. Sowohl der Start am Samstag fand zu nachtschlafener Zeit (05:00 a.m.) statt wie auch die Rueckreise am Montagmorgen (ebenfalls 05:00). Dafuer haben wir am Sonntag richtig lange geschlafen (bis 9...) und einen richtig entspannten Tag auf dem Wasser verbracht. Aber seht selbst:
Mitten in der Nacht im Bus Park. Der Bus der "jetzt gleich" losfahren sollte, startete statt um 6 erst um 9. Dann wenn er voll ist eben...



Auf dem Weg aus dem Fenster raus geknipst, die Fahrt dauerte 8 Stunden, ohne Toilettenpause wohlgemerkt...UIUIUI...



Dann durften wir endlich in ein netteres Transportmittel umsteigen, erst Taxi, dann Einbaum. Hier Christina bei den Preisverhandlungen (es stellte sich raus, der Shuttle zur Insel ist auf der Hinfahrt umsonst...)



Impressionen von See und Landschaft. Wir waren puenktlich zum Sonnenuntergang da!





Auf der Fahrt zu unserer Insel... In aller Bescheidenheit, ein kleines Bildchen auch von mir, nicht dass es nachher heisst ich war nicht dabei!





Unsere Lodge mit dem unglaublichen Rot-Gruen Kontrast des Flamboyant Trees. Paradiesisch!


Unsere bescheidene Unterkunft. Strom gabs keinen, dafuer Kerzen, die Duschen waren Outdoor und hatten nur kaltes Wasser (und ich kann nur sagen, das Seewasser ist ziemlich! kalt gewesenen) dafuer aber den allerbesten Ausblick! Hab zu sehr gezittert um davon ein Photo machen zu koennen. Hier also die Huette:



Am naechsten Morgen, der Ausblick vom Fruehstueckstisch:



Am folgenden Tag machten wir uns selbsstaendig mit dem Einbaum auf den Weg durch die Seenlandschaft. Eine Gruppe Italiener hatte am Vortag Ihr Glueck versucht, mit drei Booten und sechs Personen gurkten sie etwa eine halbe Stunde unter viel Palaver vor dem Steg im Kreis bevor sie aufgaben und es irgendwie so gerade wieder an Land schafften. Wir waren dank beiderseitiger Kanu Uebung etwas besser unterwegs und schafften es groesstenteils den schweren und aeussert windanfaelligen Kahn geradeaus zu steuern. Muskelkater vorprogrammiert (Danke an Mama fuers Yoho Trainig und J-Schlag...)
Zwischendurch machten wir an dieser schwimmenden Badeinsel fest und verbrachten ein paar Stunden mit Baden, Trocknen, Baden...



Der Rest der "Reise" war Vogelsafari. Hier zu sehen, der Wappenvogel Ugandas, eine Kranichart, genannt Yellow Crested Crane:



und ein ganzer Baum voller Komorane:



Soviel fuer heute, hat mich n Haufen Zeit im Internetcafe gekostet, aber ich will Euch ja alle dazu kriegen mich zu besuchen! Bald habe ich auch wieder einen Laptop, mein Arbeitgeber hatte Erbarmen und hat einen neuen beantragt, nachdem der alte jetzt ebenfalls seinen Geist aufgegeben hat. Ansonsten gehts mir weiterhin bestens, bin heil zurueck und kann eine Weile auf dem Bauch liegen um mich von der Busfahrerei zu erholen. Aber das wars wert!

Donnerstag, 6. November 2008

Das "Einer-von-Uns-Gefuehl"

Die Reaktionen auf die Wahl des neuen US-amerikanischen Praesidenten in Uganda waren ausgesprochen vielseitig. In Kenia wurde der heutige Tag prompt zum Feiertag erklaert, die Ugander wollte erst auch, aber konnten sich nicht durchsetzen. Einzelne Personen freuten sich, dass sie jetzt einfacher ein Visa oder eine Greencard fuer die USA kriegen koennen, weil der Praesident ja Afrikaner ist. Viele sagten auch, dass es ja auch mal Zeit wurde, dass die Weltmacht in afrikanischer Hand liegt. Keniaische Politiker, insebesondere der naechste Praesidentschaftskandidat suchen und finden eifrig verwandtschaftliche Verbindungen zu Obamas Familie. Viele sind einfach stolz, dass ein Afrikaner und nicht etwa ein Inder oder anderer Asiat als erstes das Rennen ins Weisse Haus gemacht hat. Der Name jenes Hauses in Washington, davon sind die meisten ueberzeugt, muss auch noch mal wohl ueberdacht werden.
Andere reagieren auch negativ, ein einzelner lief heute mit einem durchgestrichenen Bild des neuen Praesidenten durch die Gegend und rief an- und ausdauernd "Wrong-Element".
Ueberwiegend ist die Freude aber riesig, es gab spontane Parties und Begeisterungsbekundungen "Obama!" ersetzte mal hier und da das "How are you?", und wir meinten sogar festzustellen, dass die Fahrweise des OPNV entsprechend beschwingter war am heutigen Tage.
Ich kann das alles gut nachvollziehen. Ein bisschen so wie der Tag, an dem die Merklerin erwaehlt wurde.

Montag, 3. November 2008

Hoher Besuch


Okay, hier mal nur fuer die Maedels unter uns...Weil seine Mama Zahnweh hatte, haben Christina und ich am Samstag gebabysittet. Zaidi ist 9 Monate und hat unglaublicherweise 3 Stunden lang keinen Mucks von sich gegeben. Vielleicht weil er permanent was zu essen hatte und so nen bequemen Sitz! Isser nicht suess?