Entsprechend weit unten in der Geldverteilungshierarchie rangiert daher auch das der „Faculty of Arts“ zugehörige „Institute of Languages“, welches einheimische Sprachen wie Luganda und Kisuaheli als auch Englisch, Französisch, Spanisch und Deutsch, jeweils mit Spracherwerbs-, Literatur- und Übersetzungsschwerpunkt anbietet.
Es besteht aus zwei Gebäuden mit genau zwei großen Unterrichtsräumen, die Diskussion um die Belegung hat gerade erst begonnen… Mein (geteiltes) Büro befindet sich im „Lower Building“ (rechts), die „Hörsäle“ im „Upper Building“ im Vorlesungsplan mit LB und UB verzeichnet.
Auf dem heutigen Board Meeting wurde der alte Direktor verabschiedet und der neue eingeführt. Auf dem Tagesordnungsplan stand: Einleitendes Gebet, Bekanntgabe von Mitarbeitern die ausgeschieden sind und Vorstellung neuer Mitarbeiter, Gebet für die neuen Mitarbeiter (Danke!), Dankesreden, Bekanntgabe verstorbener Mitarbeiter und verstorbener Familienangehöriger der Mitarbeiter, Gebet für dieselben, Bekanntgabe des Budgets, Verlesung der Bedarfsliste (Motorrad, Whiteboardmarker, Kreide, Stühle, Papier, Vorhängeschlösser, Toilettenpapier für die Mitarbeitertoiletten…), Fürbitte für die gerechte Verteilung des Budgets, das Vorlesen eines 25-seitigen Annual Reports des und durch den scheidenden Direktor, weitere Dankesreden, Überreichen eines Geschenks an den ehemaligen Direktor, Photos, Dankesrede des neuen Direktors, Dankesrede an den neuen Direktor, Gebet für den neuen Direktor, Dankesrede des ältesten Mitarbeiters an beide Direktoren und schließlich: „I hereby declare the Board Meeting closed…“ durch den neuen Direktor. Puh…
Soviel zur lustigen Seite. Die traurige Seite ist, dass der neu ernannte Direktor zwar jetzt einen prestigereicheren Posten hat, dafür aber noch lange kein höheres Gehalt. Bezahlt werden momentan eh nur die jeweiligen Leiter der Sections. Ebenfalls nur diese erhalten die kostspieligen Kopien des Annual Reports und des Protokolls der Sitzung. Viele der Mitarbeiter haben kein eigenes Büro, müssen zu Hause oder in vorübergehend freien Unterrichtsräumen arbeiten. In den Cafeterien des Campus hängen Schilder, dass hier nur gegessen und getrunken werden darf, nicht aber gelesen oder gearbeitet. Man sieht Studenten, die mit ihren Matratzen unter Bäumen campieren, bis ein Wohnheimplatz frei wird. Mein Büro ist daher echter Luxus, selbst wenn ich es mit meinem Boss und einer Praktikantin teilen muss. Besonderer Luxus ist die hervorragend funktionierende Internetleitung, die nach einigen Anlaufschwierigkeiten heute trotz mehrerer Stromausfälle mit bisher (hier) ungekannter Geschwindigkeit begeisterte.
Zum Abschluss? Ein Gebet, …dass es hier nie brennen möge!










