Donnerstag, 26. März 2009

180 Augen



Gestern hab ich mich zur Grundschule gegenüber unseres Grundstücks begeben und Photos von den Schülern geschossen. Dieses Bild zeigt nur die eine Klasse. Ich glaube als Grundschullehrerin kann man, wenn schon nicht von der Klassengröße, dann doch von der Disziplin der Kinder träumen. Gelernt haben sie jetzt schon "Guten Morgen" auf Deutsch und freuen sich schon sehr auf Teacher Doris aus Deutschland.

Freitag, 13. März 2009

Donnerstag, 12. März 2009

Touri für einen Tag



Das DAAD Lektorentreffen 2009 fand dieses Jahr in Uganda statt. Alle Lektoren aus Afrika-Subsahara, sowie die entsprechenden Vertreter der Verwaltung in Bonn waren nach Kampala eingeladen um sich 4 Tage lang über ihre Erfahrungen im Lektorenbusiness auszutauschen. Auftakt war ein Dinner mit dem Botschafter und Vertretern der Uni in dem Restaurant mit dem selbstbeworbenen besten Ausblick der Stadt. Der Blick ist wirklich großartig, auf Photos aber nur schwer einzufangen.

Da nun schon vor Ort war, durfte auch die Sprachassistentin dabei sein und sich ebenfalls drei Tage lang von 8 bis 18 Vorträge und Diskussionen anhören. Der Anblick der sich bot war meistens folgender.



Für Sonntag war dann die Exkursion angesetzt, die den aus allen Teilen Afrikas angereisten Lektoren, die Schönheiten Ugandas zeigen sollte. Das Programm sah die Hauptsehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung vor und so wurden alle in einen Bus gepackt und durch den Stau Richtung Norden verfrachtet. Die Photoapparate standen nicht still, es war ein merkwürdiges Gefühl mal so rein als Tourist unterwegs zu sein, in einer Gruppe von 20 Muzungus ist integratives Verhalten aber sowieso vergebene Liebesmüh.

So reisten wir zunächst zum Mabira Forest, einem rund 300 km² großen Gebiet Primärregenwald. Der Wald ist geschichtsträchtig: Zu Amins Zeiten diente sein undurchdringliches Dickicht als Abladestation für unbequem gewordene Leichen, die Amins Schärgen zu Tode gefoltert hatten oder andere Personen die verschwinden mussten. Hatten die im Waldgebiet angesiedelten Menschen zunächst durch die Plünderung der Habseligkeiten der Toten ein Auskommen gefunden, bildete sich in späteren Jahren ein neuer Berufszweig. Die sogenannten „Chirurgen“ (so genannt wegen ihrer weißen Handschuhe) machten sich zur Aufgabe, vermisste Angehörige gegen ein Entgelt aufzufinden und zu identifizieren. Noch heute ist der Verbleib zigtausender Menschen aus dieser Zeit unaufgeklärt. Viele ältere Leute würden sich aufgrund der gruseligen Vorgeschichte des Waldes noch heute weigern den Mabira Forest zu betreten.



Ca. 55 km vor den Toren Kampalas ist der Mabira Forest das größte zusammenhängende Waldgebiet am nördlichen Rand des Viktoria Sees und damit von beträchtlicher ökologischer Bedeutung. Er beherbergt zahllose Schmetterlings- und Vogelarten, Affen, Ducker (eine kleine Antilopenart) und sogar Leoparden. Fährt man mit dem Auto in den Wald ein, ist die Wirkung der grünen Lunge sofort spürbar: Kühle, klare Luft löst die heiße, staubig-trockene ab.



Mit dem Tee aus der Rinde dieses Baumes kann man sich als eine von vielen Ehefrauen eines Mannes dessen einzig wahre Liebe sichern. Unser Führer erklärte uns, dass es ja in Uganda mehr Frauen als Männer und daher die Polygamie gäbe...Man wird das Gefühl nicht ganz los, dass beide Geschichten eher Mythen sind, die aus einer gewissen Bequemlichkeit seitens der Männer resultieren. Man kann nur hoffen, dass der Tee nicht schmeckt.
Auf der Wanderung durch den Wald konnte man nicht nur Baumriesen, sondern auch eine Vielzahl von Insekten jeglicher Form, Farbe und Größe bestaunen, bei gewissen Exemplaren war man froh, dass niemand zu Hause war.



Nach einem recht hastig eingenommen wenn auch hervorragendem Mittagessen in der Rainforest Lodge ging es weiter Richtung Jinja zu den Bujagali Falls. Die Stromschnellen sind eine der meistbesuchten Touristenattraktionen Ugandas (wohl aufgrund der Näher zur Hauptstadt) und hier haben sich sowohl Bungeejumping als auch Rafting Unternehmen niedergelassen.



Lange wird dieser Spaß allerdings wohl nicht mehr währen, seit langem schon ist der Bau des Itanda-Falls-Dam zur Errichtung eines neuen Wasserkraftwerks genehmigt - mit Finanzierungszusage der Weltbank. Nach einem Finanz- und Betrugsskandal im Jahr 2005 liegt das Projekt auf Eis, in letzter Zeit wird seine Umsetzung aber wieder diskutiert, da nur mit diesem Kraftwerk der Versorgungsengpass beim Strom in Uganda zu beheben wäre.

Ein weiteres Wasserkraftwerk existiert bereits, ein wenig flußaufwärts wurde es 1954 feierlich eingeweiht. Der Owen Dam, für den Pläne schon seit 1949 existierten. Die britische Kolonialregierung schaffte es damals erst nach langwierigen Verhandlungen mit der ägyptischen Regierung, unter der Bedingung der Projektleitung durch einen ägyptischen Ingenieur, einen Vertrag über die Nutzung der Kraft des Nils zu unterzeichnen. Da hatte wohl jemand Angst, dass ihnen das Wasser abgedreht werden könnte…

Durch den Anstieg des Wasserpegels verschwanden die Stromschnellen Ripon Falls, ähnlich denen der Bujagali Falls, am Ausgang des Victoria Sees. Die offizielle Quelle des Nils wird durch einen Stein in der Mitte des Seeausflusses gekennzeichnet und als Tourist wird man auf ein Blubbern unter der Wasseroberfläche hingewiesen; ein unterirdischer Quell, dem angeblich aus 40 m Tiefe etwa 5000 Liter Wasser pro Minute entspringen. Da- die Nilquelle!



Für ein heroisches Erinnerungsphoto reicht’s immer… zu sehen sind die DAAD Vertreter aus Windhoek (oben) und Khartoum.



Damit war die Konferenz beendet, ich muss schon sagen nach 12 Stunden Tourileben war ich froh in mein ganz und gar heimisches Bett fallen zu dürfen!