Montag, 8. Dezember 2008
Poesie
Als es Mitternacht wurde, der vierzehnte Juni
Bekam jedes Gesicht ein Lächeln
Sie wunderten was ich sein werde und wie ich aussah
Und da kam ich, Prinzessin Katrinah, so winzig und doch schön.
Tag für Tag wuchs ich, kriechend zu jedem Ort
Mit „Mutti“ und „Vati“ als je meine ersten Worte anfangend,
alles in meinem Weg anrührend, umstürzend, reparierend
wenig wissend dass ich eine zukünftige Ingineur von der Nation Ugandas werden werde.
Erregung hat meiner Augen gefühlt an meinem ersten Tag der Schule
Als ich mehr und mehr Freunde bekam.
Wie eine Rolltreppe bin ich von Kindergarten bis Grundschule und jetzt Gymnasium gegangen
Und jetzt lächelt die Universität mich an und wartet auf mich,
denn ich werden kein Teenager mehr sein,
immer einen Ziegeltstein zu dem fast fertiges Haus addierend
und bald werde ich die berühmte Ingenieurin Katrinah Mirembe genannt werden,
wie ich immer geträumt hab, Gott sei dank.
Noch besser werde ich die Herrschaft des Herrn, dass er zu uns gegeben hat, gehorchen
und ich werde die Erde bevölkern und auch sie in Besitz nehmen.
Und jetzt weiss ich nicht auf welchen Name zu reagieren,
wenn sie mich Tochter, Schwester, Tante, Mutti, Frau und Oma genannt.
Und jetzt stelle ich mich vor, auf meiner Couch sitzend,
mit jeder von der letzten Generation
an meiner silberische graue Haar schauen, sie hören zu
der alten alten Geschichte über: Der Weg den ich gehe.
Mirembe Catherine
S.5 Sciences
Nabisunsa Girls School
Freitag, 28. November 2008
Letzter Schultag
Diese Woche ist das Semester zu Ende gegangen. Letzte Uebungen und Wiederholungen und nun sollten meine Studenten auf die Klausuren vorbereitet sein. Naechste Woche werde ich noch Klausuraufsicht fuehren und dann sind offiziell Ferien. Nicht nehmen liessen sich zwei meiner Studenten einen Phototermin mit Ihrer Dozentin, jaaa...ich weiss, man sieht den Bildern an, dass ich wenig begeistert davon war....
Im Haus in Naguru stehen ebenfalls Veraenderungen an. Meine liebe Freundin Sabine verlaesst Uganda am Sonntag, dafuer kriegen wir einen Neuzugang und ich endlich ein ruhigeres Zimmer am Ende des Flurs mit zwei Fenstern. Dann kann ich auch wieder neue Bilder von meinem inzwischen dritten Zimmer einstellen...
An alle die versuchen mich telefonisch zu erreichen: Nach Kamera und Laptop habe ich mich nun auch von meinem Telefon getrennt, ich bin dabei mir ein neues zu besorgen, die alte Nummer sollte weiterhin gueltig bleiben.
Freitag, 14. November 2008
Häusliches (Ensua Alarm)
Nach so viel Wochenendberichten, hier mal wieder ein bisschen Alltag. Als ich gestern nach Hause kam, war Doris in heller Aufregung. Sie zeigte mir folgende Stellen auf dem Boden in unserer Einfahrt und verlangte Massnahmen, damit die Ensua uns nicht das Dach über dem Kopf wegfressen.
Häh? Auf mein Unverständnis hin, zeigte sie mir den riesigen Termitenhügel, der vor unserem Haus auf der Wiese in den letzten Wochen rapide gewachsen ist. Aha! Termiten! Kleine rote Erdhügel in der Auffahrt und untergrabene Steine zeigten ganz klar: Sie kommen!
Also heuerte sie jemanden an, der den Hügel aufhackte und eine unglaublich giftige Mischung hineingoss (nach Lesen des Beipackzettels hab ich erstmal 10 Meter Abstand genommen).
So wird die Königin erledigt, die sich in der Mitte dieses Wunderwerks der Natur befindet und das Volk verzieht sich. Ein bisschen taten mir die fleissigen Baumeister auch leid und einen Termitenhügel zu vernichten, gehört bestimmt nicht zu den Dingen auf die ich stolz bin. Aber wenn es heisst, sie oder wir...
Bevor ich demnächst noch einmal innerhalb des Hauses umziehe, dachte ich, ich stelle nochmal ein paar Bilder von meinem jetztigen Domizil, Arbeits- und Schlafbereich, zur Anschauung. Da!
Dienstag, 11. November 2008
Im Drei-Laender-Eck
Die Landschaft ist vulkanisch gepraegt, die Berge erinnern ein bisschen an Neuseeland, allerdings sind die Haenge terassiert. In der Western Nile Region werden alle denkbaren Fruechte angebaut und mit blossen Haenden Zement aus den Haengen gewonnen.
Im Lake Bunyoni liegen viele kleine und ein paar groessere Inseln, auf einer von den kleineren haben wir dieses Wochenende Quartier bezogen. Wer gehofft hatte, dass man an einem solchen Wochenende ausschlafen kann, irrt. Sowohl der Start am Samstag fand zu nachtschlafener Zeit (05:00 a.m.) statt wie auch die Rueckreise am Montagmorgen (ebenfalls 05:00). Dafuer haben wir am Sonntag richtig lange geschlafen (bis 9...) und einen richtig entspannten Tag auf dem Wasser verbracht. Aber seht selbst:
Mitten in der Nacht im Bus Park. Der Bus der "jetzt gleich" losfahren sollte, startete statt um 6 erst um 9. Dann wenn er voll ist eben...
Auf dem Weg aus dem Fenster raus geknipst, die Fahrt dauerte 8 Stunden, ohne Toilettenpause wohlgemerkt...UIUIUI...
Dann durften wir endlich in ein netteres Transportmittel umsteigen, erst Taxi, dann Einbaum. Hier Christina bei den Preisverhandlungen (es stellte sich raus, der Shuttle zur Insel ist auf der Hinfahrt umsonst...)
Impressionen von See und Landschaft. Wir waren puenktlich zum Sonnenuntergang da!
Auf der Fahrt zu unserer Insel... In aller Bescheidenheit, ein kleines Bildchen auch von mir, nicht dass es nachher heisst ich war nicht dabei!
Unsere Lodge mit dem unglaublichen Rot-Gruen Kontrast des Flamboyant Trees. Paradiesisch!
Unsere bescheidene Unterkunft. Strom gabs keinen, dafuer Kerzen, die Duschen waren Outdoor und hatten nur kaltes Wasser (und ich kann nur sagen, das Seewasser ist ziemlich! kalt gewesenen) dafuer aber den allerbesten Ausblick! Hab zu sehr gezittert um davon ein Photo machen zu koennen. Hier also die Huette:
Am naechsten Morgen, der Ausblick vom Fruehstueckstisch:
Am folgenden Tag machten wir uns selbsstaendig mit dem Einbaum auf den Weg durch die Seenlandschaft. Eine Gruppe Italiener hatte am Vortag Ihr Glueck versucht, mit drei Booten und sechs Personen gurkten sie etwa eine halbe Stunde unter viel Palaver vor dem Steg im Kreis bevor sie aufgaben und es irgendwie so gerade wieder an Land schafften. Wir waren dank beiderseitiger Kanu Uebung etwas besser unterwegs und schafften es groesstenteils den schweren und aeussert windanfaelligen Kahn geradeaus zu steuern. Muskelkater vorprogrammiert (Danke an Mama fuers Yoho Trainig und J-Schlag...)
Zwischendurch machten wir an dieser schwimmenden Badeinsel fest und verbrachten ein paar Stunden mit Baden, Trocknen, Baden...
Der Rest der "Reise" war Vogelsafari. Hier zu sehen, der Wappenvogel Ugandas, eine Kranichart, genannt Yellow Crested Crane:
und ein ganzer Baum voller Komorane:
Soviel fuer heute, hat mich n Haufen Zeit im Internetcafe gekostet, aber ich will Euch ja alle dazu kriegen mich zu besuchen! Bald habe ich auch wieder einen Laptop, mein Arbeitgeber hatte Erbarmen und hat einen neuen beantragt, nachdem der alte jetzt ebenfalls seinen Geist aufgegeben hat. Ansonsten gehts mir weiterhin bestens, bin heil zurueck und kann eine Weile auf dem Bauch liegen um mich von der Busfahrerei zu erholen. Aber das wars wert!
Donnerstag, 6. November 2008
Das "Einer-von-Uns-Gefuehl"
Andere reagieren auch negativ, ein einzelner lief heute mit einem durchgestrichenen Bild des neuen Praesidenten durch die Gegend und rief an- und ausdauernd "Wrong-Element".
Ueberwiegend ist die Freude aber riesig, es gab spontane Parties und Begeisterungsbekundungen "Obama!" ersetzte mal hier und da das "How are you?", und wir meinten sogar festzustellen, dass die Fahrweise des OPNV entsprechend beschwingter war am heutigen Tage.
Ich kann das alles gut nachvollziehen. Ein bisschen so wie der Tag, an dem die Merklerin erwaehlt wurde.
Montag, 3. November 2008
Hoher Besuch
Okay, hier mal nur fuer die Maedels unter uns...Weil seine Mama Zahnweh hatte, haben Christina und ich am Samstag gebabysittet. Zaidi ist 9 Monate und hat unglaublicherweise 3 Stunden lang keinen Mucks von sich gegeben. Vielleicht weil er permanent was zu essen hatte und so nen bequemen Sitz! Isser nicht suess?
Mittwoch, 29. Oktober 2008
Die Welt ist eine Kugel
Montag, 27. Oktober 2008
Ein fauler Tag in Nachbars Garten
Am Wochenende habe ich mal ausgespannt. Nachdem ich zwei Tage unfreiwillig im Bett verbracht habe, kam zur richtigen Zeit die Sonne endlich mal wieder raus und der Tag wurde genutzt, um faul auf der Veranda zu sitzen, Tee zu trinken und Schonkost zu essen.
Herrlich.
Zu sehen ist der Garten einer Bekannten, inklusive deren kleinen Hund Kaya, die jede Woche ihre Größe verdoppelt und schon fast genauso unerzogen ist wie Pasha.
Von der Veranda aus hat man Blick auf die Hügel Richtung Victoria See. Stellt man sich ganz links auf die Mauer, kann man sogar ein Stück Wasser sehen.
So kann man einen Tag gut rumkriegen, abends sind wir dann noch auf das „Gulu Walk Luo Festival“ gefahren, ein Konzert in der Stadt. Allerdings fühlte ich mich noch nicht wieder ganz feierfähig, so dass es ein eher kurzer Saturday Night Ausflug wurde.
Donnerstag, 23. Oktober 2008
Photoupdate
Ich habe inzwischen ein Photo von Murchinson Falls, welches beweißt: ich war da. Tata! Das vorige war aus dem Internet geklaut, auch wenn ich die süßen kleinen Echsen tatsächlich so nah gesehen hab. Jetzt gibt es also ein Original, einfach mal zurück blättern!
Ansonsten gibt’s nicht viel Neues, keine weiteren Reisen bisher, außer einem kleinen Wochenendausflug am letzten Sonntag nach Entebbe. Außer dem internationalen Flughafen, gibt es dort Strände, einen botanischen Garten und einen Zoo. Letztere habe ich allerdings nicht besucht.
Weil das Wetter begrenzte Qualität hatte sind wir dann zu einer anderen Stelle am Seeufer gefahren, nach Munyonyo, und haben uns da in eine kleine Bar am Seeufer gesetzt und den Tag ausklingen lassen.
Kleine Irritation am Rande, waren die Minister-eskorten auf der Strasse von Entebbe Richtung Kampala. Wildes Blaulicht im Rückspiegel und aggressives Hupen kündigte drei mal das Vorbeirauschen einer 6er Kolonne von Landcruisern und zwei Streifenwagen an, die in einem Affenzahn über die Mitte der Strasse rasten. Aller Verkehr, in beide Richtungen, musste kurzfristig an den Rand fahren und still stehen. Von so was können deutsche Politiker nur träumen, für Autofahrer ist es eher ein Albtraum!
An alle treulosen Tomaten da draußen! Schreibt mal wieder…
Montag, 13. Oktober 2008
Sipi Falls
Genug der leeren Worte, hier endlich mal wieder ein paar frische Bilder in chronologischer Reihenfolge der Ereignisse.
Den Regen konnte man nun schon vorher kommen sehen:
Dienstag, 7. Oktober 2008
Das Wahre
Uganda ist übrigens das Königreich der Verkehrsberuhigung. In regelmäßigen Abständen finden sich am Eingang in der Mitte und am Ende eines jeden Dorfes so genannte Speed Bumps, die wie eine dicke Schlange von einer Seite der Straße zur anderen reichen und teilweise Höhen erreichen, die jedes normal gefederte Auto leicht an seine Grenzen bringen. In einem Dorf, das sich ungefähr 1 km entlang der Straße erstreckt gibt es locker mal 50 dieser stoßdämpferbrecherischen Betonwülste.
Meine erste „Reise“ führte mich in den Nationalpark Murchinson Falls, benannt nach den gleichnamigen Wasserfällen, die ihrerseits nach einem Gründungsmitglied der National Geographic Society benannt wurden. Dieser Park erstreckt sich auf einer Fläche von fast 4000 Quadratkilometern, durchflossen vom Victoria Nile, am riesigen Lake Albert gelegen und durchschnitten vom Great Rift Valley, im Osten angelehnt an die westliche Grenze der Demokratischen Republik Kongo. Murchinson Falls unterscheidet sich fast in allem von den bequem erschlossenen Nationalparks und Gamereserves des südlichen Afrikas. Noch vor knapp 10 Jahren, wurde das Gebiet von Rebellen der LRA (Lord Resistance Army) heimgesucht, die Infrastruktur des Parks ist mit nur drei Unterkunftsmöglichkeiten noch schwach, keine einzige Straße asphaltiert. Die Tiere im Schutzgebiet sind so gut wie gar nicht an Menschen gewöhnt, ohne bewaffneten Ranger, darf man auch mit eigenem Auto nicht auf Safari gehen. Es ist die pure Wildnis und man kann den ganzen Tag fahren, ohne einen Menschen zu treffen. Viel häufiger sind Insekten, Fledermäuse, Schlangen und Affen. Wer wusste übrigens, dass die (im wahrsten Sinne des Wortes) gemeine Tsetsefliege, locker neben einem fast 50 km/h schnellen Auto herfliegen kann?
Nachmittags ging’s dann auf Bootstour auf dem wohl mächtigsten und bedeutungsvollsten Fluss weit und breit, dem Nil. Flussaufwärts erreicht man in etwas 3 Stunden die Murchinson Falls, vorbei an zahlreichen Fluss – nein, hier muss man tatsächlich von NILpferden sprechen – Krokodilen, Büffeln und Elefanten. Die Spitze der Fälle kann man erwandern, wenn man das Glück hat sich von dort abholen zu lassen zu können, denn das Boot dreht fast sofort wieder um und fährt die gleiche Strecke zurück. Was soll ich viel schreiben, Bilder sagen mehr als tausend Worte. Da ich selber meine Kamera aber erst Sonntag erhalten hab und von Samstag bis Montag unterwegs war, erfordert es noch ein bisschen Organisation, bis ich sie an dieser Stelle präsentieren kann.
Zunächst nur ein verbaler, zusammenfassender Kommentar: Eines der allergroßartigsten und beeindruckendsten Wochenenden meines Lebens!
Aktuell steht der National Independance Day vor der Tür, Einzelheiten bitte ich im Geschichtsbuch nachzulesen, grob zusammengefasst, handelt es sich um den Tag als der zweite mehr oder minder frei gewählte Premierminister Ugandas, Milton Obote Uganda am 09. Oktober 1962 für unabhängig erklärte. Auf meiner heutigen Tour zur Botschaft fanden auf dem Kololo Airstrip die erste Proben der Militärparade statt, WG intern herrschen unterschiedliche Meinungen ob es angesichts der aktuellen politischen Lage sinnvoll ist, am großen Tag und zur Rede des Präsidenten vor Ort zu sein.
Sonntag, 5. Oktober 2008
Es geht mir gut, es geht mir sehr sehr gut...
Kamera erst nach meiner Rueckkehr erhalten habe. Einen ausfuehrlichen Bericht ueber meine Wochenendreise nach Murchinson Falls habe ich auf meinem Memorystick, der wiederum ist zu Hause geblieben. Auf diesem Wege viele Gruesse an alle, die weder mail noch Postkarte bekommen haben und die Bitte um Geduld, was den naechsten lesenswerteren Blog Beitrag angeht. Weebale nyo!
Montag, 15. September 2008
Regenzeit
Dienstag, 9. September 2008
Die Nachbarschaft (da Hood)
Donnerstag, 4. September 2008
Ruhige Zeiten

Nach dreistündigem erfolglosen Warten auf potentielle Studenten, begab ich mich auf Erkundungstour durch das Hauptverwaltungsgebäude der Universität.
Dabei entdeckte ich zum einen diese unglaublich verschachtelte Anordnung von Büros, die untereinander mit Treppen verbunden sind, die auf jeweils eine andere Etage oder Halbetage führen, von dort wieder woanders hin, nicht jedoch überallhin. Das reinste Labyrinth, von meinem Boss als „kafkaesk“ bezeichnet.

Das obere Bild zeigt die wahrscheinliche Ursache fehlender Studentenlisten, Kurspläne u.ä.
Jedenfalls wurde mir prophezeit, dass so ruhig die ersten Wochen des Semesters sind, desto hektischer wird es zum Ende, wenn die Klausuren anstehen. Viele der Studenten glauben wahrscheinlich, dass sie in den letzten Wochen des Semesters einfach schnell alles aufholen, was sie anfangs versäumt haben. So unbekannt kommt einem das ja gar nicht vor, nur dass es hier vielleicht ein bisschen extremer ist.
Heute habe ich jedoch meinen ersten Kurs geben können und ich glaube es ist ganz gut gelaufen, auch wenn die Studenten einigermaßen erstaunt darüber waren, dass ich sie nicht im Chor Vokabeln runterbeten ließ...