Freitag, 13. März 2009

Donnerstag, 12. März 2009

Touri für einen Tag



Das DAAD Lektorentreffen 2009 fand dieses Jahr in Uganda statt. Alle Lektoren aus Afrika-Subsahara, sowie die entsprechenden Vertreter der Verwaltung in Bonn waren nach Kampala eingeladen um sich 4 Tage lang über ihre Erfahrungen im Lektorenbusiness auszutauschen. Auftakt war ein Dinner mit dem Botschafter und Vertretern der Uni in dem Restaurant mit dem selbstbeworbenen besten Ausblick der Stadt. Der Blick ist wirklich großartig, auf Photos aber nur schwer einzufangen.

Da nun schon vor Ort war, durfte auch die Sprachassistentin dabei sein und sich ebenfalls drei Tage lang von 8 bis 18 Vorträge und Diskussionen anhören. Der Anblick der sich bot war meistens folgender.



Für Sonntag war dann die Exkursion angesetzt, die den aus allen Teilen Afrikas angereisten Lektoren, die Schönheiten Ugandas zeigen sollte. Das Programm sah die Hauptsehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung vor und so wurden alle in einen Bus gepackt und durch den Stau Richtung Norden verfrachtet. Die Photoapparate standen nicht still, es war ein merkwürdiges Gefühl mal so rein als Tourist unterwegs zu sein, in einer Gruppe von 20 Muzungus ist integratives Verhalten aber sowieso vergebene Liebesmüh.

So reisten wir zunächst zum Mabira Forest, einem rund 300 km² großen Gebiet Primärregenwald. Der Wald ist geschichtsträchtig: Zu Amins Zeiten diente sein undurchdringliches Dickicht als Abladestation für unbequem gewordene Leichen, die Amins Schärgen zu Tode gefoltert hatten oder andere Personen die verschwinden mussten. Hatten die im Waldgebiet angesiedelten Menschen zunächst durch die Plünderung der Habseligkeiten der Toten ein Auskommen gefunden, bildete sich in späteren Jahren ein neuer Berufszweig. Die sogenannten „Chirurgen“ (so genannt wegen ihrer weißen Handschuhe) machten sich zur Aufgabe, vermisste Angehörige gegen ein Entgelt aufzufinden und zu identifizieren. Noch heute ist der Verbleib zigtausender Menschen aus dieser Zeit unaufgeklärt. Viele ältere Leute würden sich aufgrund der gruseligen Vorgeschichte des Waldes noch heute weigern den Mabira Forest zu betreten.



Ca. 55 km vor den Toren Kampalas ist der Mabira Forest das größte zusammenhängende Waldgebiet am nördlichen Rand des Viktoria Sees und damit von beträchtlicher ökologischer Bedeutung. Er beherbergt zahllose Schmetterlings- und Vogelarten, Affen, Ducker (eine kleine Antilopenart) und sogar Leoparden. Fährt man mit dem Auto in den Wald ein, ist die Wirkung der grünen Lunge sofort spürbar: Kühle, klare Luft löst die heiße, staubig-trockene ab.



Mit dem Tee aus der Rinde dieses Baumes kann man sich als eine von vielen Ehefrauen eines Mannes dessen einzig wahre Liebe sichern. Unser Führer erklärte uns, dass es ja in Uganda mehr Frauen als Männer und daher die Polygamie gäbe...Man wird das Gefühl nicht ganz los, dass beide Geschichten eher Mythen sind, die aus einer gewissen Bequemlichkeit seitens der Männer resultieren. Man kann nur hoffen, dass der Tee nicht schmeckt.
Auf der Wanderung durch den Wald konnte man nicht nur Baumriesen, sondern auch eine Vielzahl von Insekten jeglicher Form, Farbe und Größe bestaunen, bei gewissen Exemplaren war man froh, dass niemand zu Hause war.



Nach einem recht hastig eingenommen wenn auch hervorragendem Mittagessen in der Rainforest Lodge ging es weiter Richtung Jinja zu den Bujagali Falls. Die Stromschnellen sind eine der meistbesuchten Touristenattraktionen Ugandas (wohl aufgrund der Näher zur Hauptstadt) und hier haben sich sowohl Bungeejumping als auch Rafting Unternehmen niedergelassen.



Lange wird dieser Spaß allerdings wohl nicht mehr währen, seit langem schon ist der Bau des Itanda-Falls-Dam zur Errichtung eines neuen Wasserkraftwerks genehmigt - mit Finanzierungszusage der Weltbank. Nach einem Finanz- und Betrugsskandal im Jahr 2005 liegt das Projekt auf Eis, in letzter Zeit wird seine Umsetzung aber wieder diskutiert, da nur mit diesem Kraftwerk der Versorgungsengpass beim Strom in Uganda zu beheben wäre.

Ein weiteres Wasserkraftwerk existiert bereits, ein wenig flußaufwärts wurde es 1954 feierlich eingeweiht. Der Owen Dam, für den Pläne schon seit 1949 existierten. Die britische Kolonialregierung schaffte es damals erst nach langwierigen Verhandlungen mit der ägyptischen Regierung, unter der Bedingung der Projektleitung durch einen ägyptischen Ingenieur, einen Vertrag über die Nutzung der Kraft des Nils zu unterzeichnen. Da hatte wohl jemand Angst, dass ihnen das Wasser abgedreht werden könnte…

Durch den Anstieg des Wasserpegels verschwanden die Stromschnellen Ripon Falls, ähnlich denen der Bujagali Falls, am Ausgang des Victoria Sees. Die offizielle Quelle des Nils wird durch einen Stein in der Mitte des Seeausflusses gekennzeichnet und als Tourist wird man auf ein Blubbern unter der Wasseroberfläche hingewiesen; ein unterirdischer Quell, dem angeblich aus 40 m Tiefe etwa 5000 Liter Wasser pro Minute entspringen. Da- die Nilquelle!



Für ein heroisches Erinnerungsphoto reicht’s immer… zu sehen sind die DAAD Vertreter aus Windhoek (oben) und Khartoum.



Damit war die Konferenz beendet, ich muss schon sagen nach 12 Stunden Tourileben war ich froh in mein ganz und gar heimisches Bett fallen zu dürfen!

Samstag, 21. Februar 2009

Wo der Pfeffer wächst...



Dank meines kleinen Ausflugs bin ich heute morgen schon um 10 an der Uni, Samstags wohlgemerkt, da es Unterricht nachzuholen gibt. Das vorab um jeglichem Neid vorzubeugen. Die Organisation des Urlaubs war nicht geschenkt, aber natürlich war es ein Geschenk auf Zanzibar zu sein.
Die Überschrift dieses Artikels bezieht sich im Volksmund eher auf Madagaskar, aber auch auf Zanzibar wächst reichlich Pfeffer.
Was ich noch nicht wusste, war, dass grüner, roter, schwarzer und auch weißer Pfeffer ein und derselben Pflanze entspringen, wobei grün und rot die ersten Reifestufen sind, der rote getrocknet schwarzen ergibt und weißer Pfeffer aus den Pfefferkörner die ohne die rote fleischige Haut drumherum getrocknet wurden, entsteht.



Die Insel ist so wunderschön wie alle behaupten. Mit dem Mietauto waren wir immer auf der Suche nach einem ruhigen Fleckchen und haben den Norden der Insel komplett ausgelassen.



Die Red Colobus Monkeys kommen nur auf Zanzibar vor, hier allerdings nur ein grauer Kollege:



Stone Town mit seinen unglaublich engen Gassen und uralten Häusern ist wirklich sehenswert,





am besten genießen konnte man die Stadt jedoch von der Roof Top Terasse des exklusivsten Hotels am Platz, in dem wir durch eine Kette glücklicher Zufälle ein Zimmer bekommen haben.



Nach einer Woche Sonnenschein und Strand und Meer und einer reinen Seafood Diät bin ich nun wieder in Kampala und sogar hier scheint die Sonne. Zum Abschluss noch ein paar Bilder von der typischen Strandszenerie....





und von einer unserer bescheidenen Unterkünfte, der Balkon mit Blick aufs Meer versteht sich...



So und ab jetzt übe ich mich in Genügsamkeit, versprochen...



P.S. Danke an alle die an mich gedacht haben!!!

Dienstag, 10. Februar 2009

Back on Track



Offiziell hat nun die zweite Semesterwoche begonnen. Das war Grund genug noch einmal Kampala zu verlassen und das wahre Uganda zu erleben. So haben meine Mitbewohnerin und ich die Gelegenheit genutzt ein verlängertes Wochenende im Norden des Landes zu verbringen, wo die Menschen wirklich ihr Leben organisieren und nicht dem Traum vom großen Geld in der Großstadt hinterherjagen und dabei ihr eigentliches Potenzial, Menschlichkeit und Brüderlichkeit vergessen.



Soroti ist ein kleines Städtchen in der Teso Region. Weitgestreckte Sümpfe, vulkanische verwitterte Felsen und Temperaturen, die im Moment deutlich über denen der Buganda Region liegen, haben uns ein echtes Urlaubsgefühl beschert und die Krönung des Ganzen war ein Ausflug nach Amuria, quer durch den Busch und zwar per Motorrad. Da kamen echte Erinnerungen auf.



Das Wochenende über haben wir die entspannte dörfliche Atmosphäre genossen und abends im Garten unterm Zitronenbaum den extra dafür eingeführten Tequila verzehrt. Mit frisch geernteten Zitronen (auf dem Foto Daisy mit Stock in Action) versteht sich…und einer besonderen Gartenlampe.



Dienstag, 6. Januar 2009

Kontraste zum Neuen Jahr


Allen da draussen ein frohes Neues! Meinerseits habe ich auf Texel in Holland reingefeiert, leider etwas krank (keine Wunder bei dem Klima hier!), aber sehr beschaulich. In wenigen Tagen gehts zurueck in den Sueden, ich freu mich schon!

Montag, 8. Dezember 2008

Poesie

Der Weg, den ich gehe

Als es Mitternacht wurde, der vierzehnte Juni
Bekam jedes Gesicht ein Lächeln
Sie wunderten was ich sein werde und wie ich aussah
Und da kam ich, Prinzessin Katrinah, so winzig und doch schön.

Tag für Tag wuchs ich, kriechend zu jedem Ort
Mit „Mutti“ und „Vati“ als je meine ersten Worte anfangend,
alles in meinem Weg anrührend, umstürzend, reparierend
wenig wissend dass ich eine zukünftige Ingineur von der Nation Ugandas werden werde.

Erregung hat meiner Augen gefühlt an meinem ersten Tag der Schule
Als ich mehr und mehr Freunde bekam.
Wie eine Rolltreppe bin ich von Kindergarten bis Grundschule und jetzt Gymnasium gegangen

Und jetzt lächelt die Universität mich an und wartet auf mich,
denn ich werden kein Teenager mehr sein,
immer einen Ziegeltstein zu dem fast fertiges Haus addierend
und bald werde ich die berühmte Ingenieurin Katrinah Mirembe genannt werden,
wie ich immer geträumt hab, Gott sei dank.

Noch besser werde ich die Herrschaft des Herrn, dass er zu uns gegeben hat, gehorchen
und ich werde die Erde bevölkern und auch sie in Besitz nehmen.
Und jetzt weiss ich nicht auf welchen Name zu reagieren,
wenn sie mich Tochter, Schwester, Tante, Mutti, Frau und Oma genannt.

Und jetzt stelle ich mich vor, auf meiner Couch sitzend,
mit jeder von der letzten Generation
an meiner silberische graue Haar schauen, sie hören zu
der alten alten Geschichte über: Der Weg den ich gehe.

Mirembe Catherine
S.5 Sciences
Nabisunsa Girls School

Freitag, 28. November 2008

Letzter Schultag



Diese Woche ist das Semester zu Ende gegangen. Letzte Uebungen und Wiederholungen und nun sollten meine Studenten auf die Klausuren vorbereitet sein. Naechste Woche werde ich noch Klausuraufsicht fuehren und dann sind offiziell Ferien. Nicht nehmen liessen sich zwei meiner Studenten einen Phototermin mit Ihrer Dozentin, jaaa...ich weiss, man sieht den Bildern an, dass ich wenig begeistert davon war....
Im Haus in Naguru stehen ebenfalls Veraenderungen an. Meine liebe Freundin Sabine verlaesst Uganda am Sonntag, dafuer kriegen wir einen Neuzugang und ich endlich ein ruhigeres Zimmer am Ende des Flurs mit zwei Fenstern. Dann kann ich auch wieder neue Bilder von meinem inzwischen dritten Zimmer einstellen...
An alle die versuchen mich telefonisch zu erreichen: Nach Kamera und Laptop habe ich mich nun auch von meinem Telefon getrennt, ich bin dabei mir ein neues zu besorgen, die alte Nummer sollte weiterhin gueltig bleiben.